Turbulent?
Doch ich denke schon.. ein ganz klein wenig.
Düsseldorf
Ich wollte nur ein neues altes Auto kaufen.
Mir Düsseldorf ansehen und ein paar Leute treffen.
Nur?
Im Intercity zum Flughafen frage im Nebenabteil ein Weib ihren Mann: „ Hält der Zug auch in Gossau, oder fährt er gleich bis St. Gallen durch?“
Ich lies die Worte erst auf mich wirken.
Ihr Gatte meint: „Der IC hält in Gossau“.
Das tolle.. wirklich tolle daran war, ich wollte zum Flughafen, nicht in die entgegengesetzte Richtung nach St. Gallen.
Aber aufregen? Warum auch, es ist schon geschehen und ein kurzes Nachrechnen sagte mir, ganz knapp werde ich den Flieger noch erwischen wenn ich den nächsten IC zurück nehme.
Für einmal hatte ich nur Handgepäck dabei.
Die erlösenden Worte kamen von einigen Abteilen weiter hinten: „ Sie sind im IC Richtung Zürich.“
Erleichterung machte sich breit, I C H sass im richtigen Zug!
Es soll schon einmal vorgekommen sein, dass ich im falschen Dampfer sass.. aber dies sei nur nebenbei erwähnt.
Ohne grosse Zwischenfälle in Düsseldorf angekommen, bei der Sicherheitskontrolle musste ich nur meinen Gurt ablegen.. die Schuhe durfte ich diesmal anbehalten.
PS. Nie mit Wanderschuhen und dergleichen fliegen, da ist Metall in der Sohle mit eingearbeitet.
Mit der „Schwebebahn“ zum Bahnhof und dort noch wenige Schritte zum Hotel, dass ich via Internet gebucht habe. (Die Bildchen sahen ganz OK aus.)
Der Eingang führte in einen schwarz gestrichenen Flur ohne Fenster.. nach einem Z kam ich an die Theke. Zwei Jungs standen dahinter und schauten in die Glotze.
Nachdem ich ihnen erklärt habe, dass ich tatsächlich reserviert habe, bekam ich den Zimmerschlüssel zum Zimmer 610.
Ich sage nur so viel.. es war klein.. das Bett war sauber bezogen und ich wollte möglichst schnell wieder raus.
An der Theke fragte ich nach einem Stadtplan, da wo das Hotel sich befindet sollen sie ein Kreuz machen, damit ich weiss wo ich mein Bett für diese Nacht habe.
Auf meine Frage, was ich denn in Düsseldorf mir ansehen soll.. meinten die Jungs.. keine Ahnung, wir kommen aus Köln.
Super!
Von Freunden wusste ich, dass ich mal in die Altstadt gehen soll.
Erst wusste ich nicht von was ich ein Foto machen soll.. dann entschloss ich mich, dass auch das Hässliche geknipst werden soll.
Bei den 4 Stunden durch die Stadt fand ich eine fantastische Baustelle und der Rhein war auch besänftigend.
Eine Begebenheit an diesem Nachmittag. Ich war der Meinung, dass Strassenbahnen nicht losfahren wenn die Fussgängerampel auf grün steht.
Gefehlt, hätte die Strassenbahn nicht nebst dem Bimmeln gebremst.. wäre ich Mus oder so.
Bei Sonnenuntergang versuchte ich es wieder mit Nachtaufnahmen.
Eine „Skulptur“ aus einem Büschel Rohre hatte es mir angetan. Diese stand auf einem Privatparkplatz. Da ich kein Stativ besitze stellte ich die Kamera auf den Pfosten der Schranke und knipste so. Noch ein Bild von der andern Seite.
Das schöne an den Digis ist, dass ich sofort die Kontrolle habe ob die Bilder was geworden sind. Alle unscharf.. also nochmals zur Schranke und das ganze Prozedere von vorne.
Da ertönt eine Stimme aus dem Nicht: „Na sind die Fotos was geworden?“
Normalerweise schrei ich, wenn ich mich erschrecke, da blieb auch mein Schrei stecken.
Ich schaute auf den „Pfosten“ der Schranke.. da ist eine Gegensprechanlage. Der Sicherheitsbeamte hatte mich über die Sicherheitskameras beobachtet.
Ich fragte ihn: „Sie wissen auch, dass sie so Leute zu Tode erschrecken können?“
Er lachte schallend!
Am nächsten Morgen mit dem Lift in den ersten Stock um dort zu Frühstücken.
Ich war mir sicher, dass ich wirklich in Düsseldorf war!
Aber die Leute um mich herum begrüssten mich mit Salam.. die Frauen in Kopftücher und langem Mantel.. die Männer in dunkleren Anzügen.
Mit einer Frau kam ich mit meinen brocken Englisch ins Gespräch.
Schuleschwänzen lohnt sich nicht! Nicht beim Fach Englisch.
Die Menschen um mich herum waren Iraner.
Leider musste ich mein zukünftiges Auto abholen.. so blieb leider nicht gross Zeit uns weiter auszutauschen.
10 Uhr wäre die Übergabe des Wagens gewesen.
Naja, genau an diesem Morgen fiel die Lichtanlage aus und musste ersetzt werden. Ersatzteile sollten um 13 Uhr in der Werkstatt sein und zum Einbauen wurden voraussichtlich 2 Stunden gebraucht. Das wurde knapp.. weil um 15 Uhr musste der Wagen umgemeldet sein.. weil der TÜV oder war es TÜF um 15 Uhr keine „Neuen“ mehr annimmt.
Also die Zeit vertun. Neben dem TÜV war ein Kloster.. also dieses besichtigen.
Als wir die Treppen zur Kirchentür hochgingen, öffnete sich die Tür und eine Hand wollte ein Schild an die Klinke hängen. Darauf war zu lesen: Die Kirche ist wegen Reinigungsarbeiten vorübergehen geschlossen.
Bevor die Tür sich wieder schloss meinte ich: „Entschuldigen sie, dürfen wir nicht schnell in die Kirche um sie anzusehen.. wir stören sie auch nicht.“
Eine junge Novizin lies und lächeln herein.
Über der Haube ein in Stäbchen gehäkeltes schwarzes „Käppi“ für mich was ganz neues.
Da werde ich nur schon wegen dieser „Nonnentracht“ (und der Madonna im Garten) wieder an diesen Ort gehen.
Der Wagen war früher als geplant fertig.. wie schön.
Abstecher nach Köln und noch eine Schale für den Kofferraum abholen.
Das Zwischenstück jetzt lasse ich nun aus.. das ist nicht für alle gedacht.
Ich weiss nun wo Schumi die Kartbahn hat und so..
Die Fahrt nach Hause war noch mit ein paar Umwegen ausgeschmückt.. einmal ging die Warnleuchte an. Als auf den Parkplatz raus und Handbuch lesen. Nichts schlimmes wenn diese beim Neustarten wieder aus geht.. tat sie auch.
Zu guter Letzt.. am Zoll wollte der Zöllner sich noch aufspielen.. und das Nachts um 1 Uhr! Im wurde eine junge Auszubildende zur Seite gestellt.. da musste er sich nun etwas beweisen.
Wäre es mein erstes Auto gewesen was ich importiere.. hätte er bei mir vielleicht noch überzeugt.. aber so nicht und nicht um diese Zeit.
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